Bronzemedaille für Matthias Penzlin bei der EM Feldbogen

Eine großartige Leistung lieferte Matthias Penzlin bei der Feldbogen-EM in Rzeszow /Polen ab, und zwar durchgehend vom 5. bis 10.10.2015.

Nach einem Akklimatisierungstag mit Eröffnungsfeier und Training ging es am Dienstag, den 6.10. direkt los mit der 1. Qualifikationsrunde à 24 Scheiben, dem Durchgang mit unbekannten
Entfernungen. Entfernungen zu schätzen, ist eine der Stärken von Matthias Penzlin. Er startete denn auch gleich mit sehr guten Schüssen, bei den ersten Zwischenergebnissen hatte er sich
schon auf den 12. Platz von insgesamt 27 angetretenen Blankbogenschützen geschossen. Nach 57 Pfeilen konnte er sogar kurzzeitig den 2. Platz einnehmen. Den Gesamt-Durchgang schloss er dann auf dem 7. Platz mit 349 Ringen ab. Eine wirklich klasse Ausgangsposition, um unter die ersten 16 zu kommen, die sich für die K.O-Runden qualifizieren würden.

Am Mittwoch, beim 2. Qualifikationsdurchgang, der Runde mit bekannten Distanzen und weiteren 24 Scheiben, konnte Matthias Penzlin seine Position kontinuierlich verteidigen. Er schwankte bei
den Zwischenergebnissen lediglich zwischen dem 7. und dem 12. Platz. Und so konnte er sich am Abend über insgesamt 305 Ringe und einen fabelhaften 12. Platz freuen. Beide Runden
zusammengerechnet brachten ihn auf einen hervorragenden 10. Platz, der ihn für die kommende Ausscheidungsrunde qualifizierte.

Donnerstag dann der spannungsgeladene Tag. Matthias Penzlin konnte seine fabelhafte Form halten, dazu hatte er zusätzlich noch Nerven wie Drahtseile und war in der Lage, seinen guten Platz zu verteidigen, bzw. zu verbessern. In der 1. Ausscheidungsrunde der besten 16 Schützen, in der nur noch auf 12 Ziele je 3 Pfeile geschossen wurde, war er weiterhin souverän 10. nach 18 Pfeilen. Nach 27 Pfeilen konnte er sich auf den 4. Platz vorarbeiten und schloss diese Runde mit fantastischen 169 Ringen auf dem 3. Platz ab, nur 3 Ringe hinter dem Erstplatzierten. Nach der 2. Ausscheidungsrunde, jetzt nur noch mit 8 Scheiben, belegte Matthias Penzlin am Schluss mit sagenhaften 109 Ringen, nur 2 Ringe hinter dem Ersten, den 3. Platz.

Das Halbfinale ging jetzt nur noch über 4 Scheiben. Hier traf er auf den Finnen Timo Leskinen. Leider scheiterte er am großen Finaleinzug, weil ihn der spätere Goldmedaillengewinner mit 2
Ringen besiegte. In diesem Moment vielleicht ein wenig ärgerlich, so knapp der Chance auf ein Goldfinale entgangen zu sein, im Großen und Ganzen aber jetzt schon ein phänomenaler Erfolg,
auf den Matthias Penzlin mehr als stolz sein konnte.

Aber bevor es zu dem entscheidenden Duell um Bronze kommen sollte, standen die Team-Wettbewerbe an. Ein Team setzt sich aus einem Compound-, einem Recurve- und einem Blankbogen-Schützen zusammen, das deutsche Team bildeten Henning Lübkemann, Sebastian Rohrberg und Matthias Penzlin. Auch hier lief es hervorragend. Souverän kämpften sie sich unter die ersten Acht und gewannen auch das Viertelfinal-Match gegen Spanien. Im Halbfinale unterlagen sie jedoch dem späteren Goldmedaillengewinner Schweden. Aber die Chance auf die Bronzemedaille spornte die drei Schützen noch einmal ordentlich an. In einem spannenden Kampf unterlag das deutsche Team allerdings der italienischen Mannschaft mit nur einem Ring. Ein Ring, der leider den undankbaren vierten Platz bedeutete. Aber auch wenn der deutschen Mannschaft dieses Mal die Bronzemedaille durch die Lappen ging, ist ein vierter Platz bei 11 tollen europäischen Teams doch ein mehr als beeindruckender Erfolg.

Am Samstag, dem 10.10., dem letzten Tag der Europameisterschaft, standen die kleinen und großen Einzel-Finale auf dem Programm. Für Matthias Penzlin bedeutete das, nach einer sehr anstrengenden Woche noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und alle Konzentration zu sammeln, um den Serben Károly Koroknay zu schlagen und die Bronzemedaille zu ergattern. Das Duell ging über 4 Scheiben à 3 Pfeile. Nach der ersten Scheibe stand es unentschieden, beim zweiten und dritten Ziel legte der Serbe ordentlich vor und Matthias lag 6 Ringe zurück. Eine wirklich schwere Aufgabe, diesen Kampf noch herumzureißen. Aber da zeigte es sich wieder, dass vor dem letzten Pfeil gar nichts entschieden ist, und dass Matthias Penzlin wirklich einen eisernen Willen hat. Konzentriert schoss er eine 6, eine 5 und eine 3, somit insgesamt 49 Ringe. Der Serbe dagegen zeigte Nerven, schoss sogar einen Pfeil daneben und kam nur auf 46 Ringen.

Eine Woche mit körperlich harter und mentaler Höchstleistung gekrönt von einer unglaublichen Belohnung: Bronze bei der Europameisterschaft im Feldbogen! Herzlichen Glückwunsch!


Iris Schümann
Referentin Bogensparte
SV Hamwarde



Veröffentlicht am
12:16:00 13.10.2015